Bildschirmfoto 2020 02 27 um 00.51.44ZDF/3sat-Koproduktionen erhalten Preise der deutschen Filmkritik

Romana Reich

Berlin (Weltexpresso) - WELTEXPRESSO hatte die Meldung über die Auszeichnungen der deutschen Filmkritik längst gebracht. Nun zieht das ZDF nach, was verständlich ist, denn schon lange würden viele Filme ohne die Unterstützung der Fernsehanstalten nie auf die Leinwand gelangen. Und daß dann das ZDF die Nase vorn hat, geben wir gerne an unsere Leser weiter.

Am Montag, 24. Februar 2020, hat der Verband der deutschen Filmkritik drei ZDF/3sat-Koproduktionen ausgezeichnet. Schauspieler Alexander Fehling wurde in Berlin mit dem Preis in der Kategorie Bester Darsteller für seine Leistung in der ZDF-Koproduktion "Das Ende der Wahrheit" geehrt. In der Kategorie Bester Schnitt gewann Angela Schanelec für ihren Spielfilm "Ich war zuhause, aber...", eine ZDF/3sat-Koproduktion. Den Preis für den Besten Dokumentarfilm konnte Thomas Heise für die ZDF/3sat-Koproduktion "Heimat ist ein Raum aus Zeit" entgegennehmen.

In dem Polit-Thriller "Das Ende der Wahrheit" von Philipp Leinemann über die Verstrickungen der Geheimdienste in den internationalen Waffenhandel spielt Alexander Fehling Patrick Lemke, den Leiter eines BND-Krisenstabs nach einem Terroranschlag. Lemke versucht zunächst, die Verwicklungen des BND in Waffengeschäfte zu vertuschen. Auch die Beziehung seines Mitarbeiters Martin Behrens (Ronald Zehrfeld) zu einer beim Anschlag ermordeten Journalistin soll nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Doch als Lemke die wahren Hintergründe des Anschlags erkennt, hilft er Behrens und bringt sich dadurch in Lebensgefahr. Für die Rolle erhielt Alexander Fehling bereits die Lola als bester Nebendarsteller.

"Das Ende der Wahrheit" ist eine Produktion von Walker + Worm Film in Koproduktion mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE, Hellinger/Doll Filmproduktion, Philipp Leinemann, in Zusammenarbeit mit Rotor Film. Die Redaktion haben Jörg Schneider (ZDF/Das kleine Fernsehspiel), Doris Hepp (ZDF/ARTE) und Andreas Schreitmüller (ARTE). Ein Sendetermin im ZDF steht noch nicht fest.

Der Spielfilm "Ich war zuhause, aber..." von Angela Schanelec (Redaktion: Ingrid Gränz, Maik Platzen) ist eine Auseinandersetzung mit dem Überleben und damit, was der Tod im Leben bedeutet. Das Gefüge einer Familie zerfällt nach dem Tod des Vaters, um sich neu zu bilden. Der Film hat bereits mehrere Preise erhalten, darunter den Silbernen Bären für die Beste Regie bei der Berlinale 2019. Nach "Orly" (2010) ist "Ich war zuhause, aber..." die zweite Zusammenarbeit der Regisseurin mit ZDF/3sat.

Der Dokumentarfilm "Heimat ist ein Raum aus Zeit" von Thomas Heise (Redaktion: Udo Bremer) folgt Spuren der deutsch-jüdischen Familiengeschichte des Regisseurs. Diese war seit dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende der DDR von oppositionellem Geist und erlittener Verfolgung geprägt. Heise zeigt, wie sich Zeitgeschichte auf seine Familie ausgewirkt hat und wie sich unabhängig von den Systemen Herrschaftsverhältnisse wiederholen. Dadurch weisen die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen über das individuelle Schicksal hinaus und werden als Merkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sinnfällig. "Heimat ist ein Raum aus Zeit" wurde ebenfalls bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Dokumentarfilmpreis 2019.

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