Serie: Die heute anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 1. Dezember 2011, Teil 1

 

von Romana Reich

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) –Wer je die krächzende Stimme von Vladimir Wyssozki hörte – wir erinnern uns, daß der Verlag Neue Kritik eine Kassette von ihm herausgab - , der ist für immer diesem existentialistischen Weltuntergangssänger verfallen, der die inneren Werte musikalisch hochhält gegen eine Welt, die diese aushöhlt. Wyssozki wußte, wovon er sprach. Die Bundesrepublik allerdings hatte damals nicht zugehört. Anlaß auf einen Film über ihn kräftig hinzuweisen. Ansonsten naht Weihnachten und damit eine Flut neuer Filme.

 

WYSSOZKI – DANKE FÜR MEIN LEBEN

 

Ein russisches Drama, das den echten Musiker Vladimir Wyssozki im erbitterten Kampf gegen den echten KGB zeigt und die Mittel der Unterdrückung seiner Lieder durch sowjetrussische Zensur. Sein Sohn Nikita hat das Unternehmen in Gang gesetzt, unter neuen Verhältnissen die Wahrheit über seinen Vater ans Licht zu bringen. Dieser starb mit 42 Jahren und war der bekannteste Liedermacher in der UdSSR. Daß er zur Musik mit seiner tiefen Stimme, die immer nach Alkohol und durchgemachten Nächten klang, aber auch nach Aufbruch in eine besseres Leben, daß er also mit dieser Stimme sich selbst an der Gitarre begleitete, war schon die Hälfte der Miete.

 

Die andere Hälfte waren seine Themen. In seinen Liedern kam alles das vor, was sonst offiziell im Sowjetkommunismus ausgestorben schien: Das mit den Männern und den Frauen, Gewalt, Verbrechen, Prostitution und eben auch Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Wie das Volk an seine Lieder kam, wo er doch offiziell verboten war, zeigt der Film auch. Denn er gab Konzerte, von denen die Mitschnitte dann unters Volk gebracht wurden. Es ist die Konzertreise nach Usbekistan aus dem Jahr 1979, die das Material für den Film liefert. Damals war er schon angeschlagen, er nahm Drogen und hatte ein schweres, krankes Herz.

Wie Regisseur Piotr Buslow sich dies Leben zu eigen macht und uns ans Herz legt, das könnte ein Fanal sein für Filme, die in diesem Lande seinen Liedermachern, Dichtern, Satirikern und Volksunterhaltern bisher nicht geschuldet wird.

 

Qualtinger ist schon lange tot, Georg Kreisler und Franz Josef Degenhardt starben gerade- Sie sind andere Menschen als Wyssozki, hatten andere gesellschaftliche Funktionen, aber sie gehören zu denen, die mit Mut eine eigene Meinung vertraten und den Hörenden unter die Haut krochen. Nicht der Staat wäre da der Antipode, sondern oft sogar der andere Protestler. Denn Eifersucht, Neid und Mißgunst herrscht auch in diesem Gewerbe zu Hauf. Aber irgendwie trauen sich die Filmemacher an solche Personen nicht heran. Nicht einmal das filmreife Leben des Wolf Biermann nimmt sich einer aufs Korn.

 

STRAW DOGS – WER GEWALT SÄT

 

Der Titel war schon mal da. Der Film auch. Die Neuauflage des Klassikers aus dem Jahr 1971 wiederholt die Vorlage, die diesmal nicht in England, sondern am Mississippi spielt. Spannend, aber man fühlt sich fremd wie in einem falschen Film.

 

TURISTAS

 

Ein Drama, dessen Ausgangspunkt die Gedanken von Carla sind. Denn sie denkt dauernd an einen anderen Mann, während sie mit ihrem Mann Joel Urlaub macht. Das kann nicht gut gehen.

 

SHARK NIGHT  3D

 

Horrorfilm, wo selbst Fischliebhaber vor den mordlustigen Haien Angst bekommen. Eigentlich wollten sie nur die Party besuchen, diese jungen Leute und schon sind sie mitten drinnen im Überlebenskampf gegen das mordlustige Wassertier.

 

MUSALLAT  2  – DER FLUCH

 

Da gab’s schon mal den ersten Teil, dessen 2. nun dieser türkische Thriller ist.

 

 

HAPPY FEET 2

 

Wiederkehr der steppenden Pinguine, von denen der Sohn des Cheftänzers Mumble so gar nichts lernen will.

 

DIE REISE DES PERSONALMANAGERS

 

Diese Literaturverfilmung wählt als Ausgrabungsort das postkommunistische Rumänien. Dort herrschen schlimme Verhältnisse, wie sie jedes Vorurteil von sich gibt. Der israelische Regisseur Riklis wirft da allerhand zusammen, was tragisch und