Serie: Die heute anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 16. Februar 2012, Teil 1

 

Romana Reich

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Keine schlechte Idee, diese indisch-deutsche Produktion im Zusammenhang mit der Berlinale in den deutschen Kinos heute herauszubringen, denn zur Premiere in Berlin – wo viele der Aufnahmen gedreht wurden – war wieder einmal der indische Superstar der begehrteste Schauspieler und das, obwohl Brad Pitt, Angelina Jolie, Meryl Streep und viele andere auf dem Roten Teppich eine Rolle spielen.

 

DON – THE KING IS BACK

 

Der Titel bezieht sich darauf, daß es DON als Original von 1978 gibt. Uns ist das nicht mehr bekannt, aber für die Inder hat der Film Kultstatus. Man kann generös sagen, daß der Held so ein indischer James Bond ist, nur viel weniger auf technische Hilfsmittel bauend und mehr auf sein Köpfchen und seine Schlagkraft, die im östlichen Duktus eben Körperbeherrschung und unglaubliches Ausweichenkönnen bedeutet. In der Ruhe liegt die Kraft.

 

Der junge, unbedarfte Regisseur Farhan Akhtar schickte sich 2006 an, eine Fortsetzung zu wagen und wollte dafür den romantischen Star Shah Rukh Khan. Niemand glaubte an den Erfolg, diesen als gewissenlosen, wenngleich charmanten Bösewicht zu verkaufen. Aber der Film DON – Das Spiel beginnt wurde 2007 ein Erfolg. Da sich inzwischen Khan durch seinen Film MEIN NAME IST KHAN auf der Berlinale 2010 und in den Kinos tatsächlich einen Namen gemacht hat, ist klar, daß auch diesmal einem Erfolg nichts im Wege steht.

 

Wir sind erst spät eingestiegen. Uns hat erst obiger Film, der nicht mehr reines Bollywood, sondern ein ernsthafter Film ist, von den Schauspielkünsten des Herrn Khan überzeugt, wenn er diesen jungen Mann, der am Aspergersyndrom leidet, in einer Intensität darstellt, daß man der Darstellung und dem jungen Mann verfällt. Nun also ist er DON. Und dieser ist ein skrupelloser Drogenboß, der ganz Asien beherrscht. Aber das langt ihm nicht, er will Europa beherrschen.

 

Mit Berlin fängt er an. Zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor spinnt er ein raffiniertes Netz, in dem sich einige fangen. Er will nichts Geringeres, als die Deutsche Zentral Bank – die gibt es natürlich gar nicht in Berlin, was Ausländern nicht auffällt. Die Deutsche Zentralbank ist in der Bankenstadt Frankfurt zu Hause, wo die Dreharbeiten leider nicht stattfanden. Er sucht also seine alten Weggefährten zusammen, um diese zum Coup zu überreden. Und um sicher zu gehen, alle Fäden in der hand zu halten, nimmt er auch seine Gegner mit ins Boot, um sie unter Kontrolle zu halten.

 

Aber in der Bank will er nicht Geld klauen. Das wäre viel zu simpel. Nein die Euro-Original-Druckplatten sind es, die er im Visier hat. Klar, daß deren Entwenden besonders viel Köpfchen und dann auch extremen Körpereinsatz erfordern. Er plant, aber seine Gegenspielerin, Agentin Roma, fit und ansehnlich Priyanka Chopra, die das Gute, Ordentliche und Staatliche verkörpert, hat mit ihm noch ein Hühnchen zu rupfen.

 

Der Film lebt durch die Bewegtheit, für Deutsche durchaus auch die Berliner Kulisse, ansonsten durch das Mann-Frau-Spiel der beiden Hauptdarsteller, wobei das Macho-Gehabe des DON herrlich gebrochen wird, denn irgendwie zeigt er sich immer wieder selbst eine Nase. Daß die Bösen bestraft werden, der DON aber entkommt, muß schon deshalb sein, damit es demnächst eine Fortsetzung gibt Wir haben sehr gelacht, aber geben zu, daß wir voreingenommen sind und dieser DON  auch mit uns ein raffiniertes Spiel spielt. Sonst nämlich würden wir solche Filme weder ansehen, noch besprechen.

Bild: Der Held bei der Premiere in Berlin