Serie: Die anlaufenden Filme in deutschen Kinos vom 21. Januar 2016, Teil 5

 

Margarete Frühling

 

München (Weltexpresso) - Johnny Utah (Luke Bracey) hat nach einigen Jahren als Extremsportler und nach einem folgenschweren Unfall beim FBI eine Ausbildung begonnen. Sein Ausbilder Hall (Delroy Lindo) zeigt den Rekruten Bilder von einem Überfall in Mumbai, bei dem vier Räuber mit Motorrädern und Fallschirmen geflohen sind und danach die Diamanten in einem Slum der Stadt verteilt haben, sowie einen Überfall, bei dem wieder vier Personen Geldpaletten aus einem fliegenden Flugzeug über Mexiko abgeworfen haben.

 

Danach verschwanden auch hier die Täter spurlos.

 

Johny beginnt mit Recherchen und findet heraus, dass es schon vorher einen ähnlichen Überfall gegeben hat, bei dem in Afrika ein Holzwerk niedergebrannt wurde und den Tätern die Flucht über einen Wasserfall gelungen ist.

 

Utah vermutet, dass die Täter Extremsportler sind, die die "Ozaki Eight" absolvieren wollen - acht Prüfungen, die der Ökoaktivist und Extremsportler Ono Ozaki erfunden hat, um die Menschen mit der Erde zu versöhnen. Allerdings ist er selbst an der dritten Prüfung gescheitert und umgekommen.

 

Deshalb glaubt Utah, dass die nächste Prüfung - Leben im Wasser - ein Surfen in meterhohen Wellen vor einer Küste sein wird. Er wird zusammen mit dem englischen Agenten Pappas (Ray Winstone) hingeschickt und erreicht durch einen Ritt auf einer besonders hohen Welle, dass er auf die Jacht des Milliardärs Pascal Al Fariq (Nikolai Kinski) eingeladen wird. Dort lernt er den Anführer der Surfer Bodhi (Edgar Ramirez) und auch Samsara (Teresa Palmer) kennen. Da Johnny vermutet, dass sie die gesuchten Räuber sind, folgt er ihnen nach Paris und erreicht nach einem Boxkampf mit Bodhi in einem Fight-Club, dass er zur nächsten Prüfung - Leben im Wind - eingeladen wird. Hall und Pappas fürchten, dass Utah für die Verlockungen der Extremsportler empfänglich sei, lassen ihn aber ziehen.....

 

 

"Point Break" ist das Remake des Filmes "Gefährliche Brandung" von Kathryn Bigelow von 1991 mit Patrick Swayze und Keanu Reeves, der inzwischen als Kultfilm gilt.

 

In "Point Break" wurden teilweise Szenen und auch Dialoge aus dem ersten Film übernommen, gleichzeitig wurden aber die Extremsportarten außerordentlich erweitert. So wurde im ersten Film nur gesurft und Fallschirm gesprungen, jetzt gibt es als Extremsportarten: Motocross, Big-Wave-Surfing, Wingsuit-Fliegen, Extrem-Snowboarding und Freeclimbing. Für die Stunts wurden deshalb bekannte und erfolgreiche Extrem-Sportler wie z.B. der Skateboarder Bob Burnquist, der Snowboarder Xavier de le Rue oder Skydiver Jon DeVore verpflichtet.

 

Dies führt dazu, dass die Stunts von Regisseur und Kameramann Ericson Core teilweise atemberaubend gefilmt wurden. Auch die Landschaftsaufnahmen sind sehr gut in den Film eingearbeitet. Dies merkt man besonders in 3D.

 

Die Geschichte selbst bleibt allerdings weit hinter dem Original zurück. Die Story ist einfach zu unglaubhaft und wirkt immer wieder nur als Vorbereitung für die nächsten Aufnahmen der Extremsportler an den unterschiedlichsten Orten. Dies führt auch dazu, dass die teilweise sehr guten Schauspieler keine Chance haben, ihr schauspielerisches Können zu zeigen.

 

Im Gegensatz zu Keanu Reeves, der im Film von 1991 perfekt einen unschuldigen Frischling spielte, wirkt Luke Braceys Johnny Utah mehr wie ein älterer herumgekommener Typ, dem man die Verführung durch Bodhi nicht so ohne Weiteres abnimmt. Edgar Ramirez hat in "Carlos - Der Schakal" (2010) gezeigt, dass er ein hervorragender Schauspieler ist, hier hat er eine schlecht geschriebene Rolle, die nie an das Charisma und die Coolness von Patrick Swayzes Darstellung heranreicht. In der einzigen weiblichen Rolle wird Teresa Palmers Samsara auf ein Sexualobjekt für Utah reduziert.

 

Zusammenfassend ist "Point Break" ein Film, der Fans von Extrem-Sportarten sicher begeistern wird. Wenn man sich aber bei einem Film etwas mehr Inhalt wünscht, ist dieser hier sicher nicht der richtige.

 

Foto: Johnny (Luke Bracey, links) und Bodhi (Edgar Ramirez, links) nach dem Windsuit-Fliegen © Concorde Filmverleih GmbH

 

Info:

Point Break (USA 2015)

Originaltitel: Point Break

Genre: Action

Filmlänge: 114 Min.

Regie: Ericson Core

Drehbuch: Kurt Wimmer

Darsteller: Édgar Ramírez, Luke Bracey, Ray Winstone, Teresa Palmer, Delroy Lindo u.a.

Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

FSK: ab 12 Jahren

Kinostart: 21.01.2016