skulpturentriennale6. Skulpturen-Triennale in Bingen am 8. Oktober  mit großem Besucherinteresse geendet!

Katharina Klein 

Bingen (Weltexpresso) - Die 6. Skulpturen-Triennale 2023 in Bingen endete am 8. Oktober mit großem regionalem und überregionalem Besucherinteresse. Die Zeitalter der Skulpuren waren nicht nur im Besonderen die Antiike und die Rennaissance, sondern auch das Ende des 19. und der Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute ist oft Skepsis gegenüber Denkmälern angesagt, weshalb im öffentlichen Raum immer weniger neue Skulpturen aufgestellt werden. Wie gut, daß es solche Zusammenballungen von Skulputen gibt wie in bingen!

Seit der Eröffnung 2008 wurden 120 Skulpturen von Künstler*innen aus nah und fern am Binger Rheinufer unter verschiedenen aktuellen Themen ausgestellt. HIER UND JETZT lautete das zeitnahe Thema des Jahres 2023. Die Kuratoren Lutz Driever und André Odier hatten 20 Kunstwerke, sowohl Positionen aufstrebender als auch etablierter Künstler*innen entlang des Rheinufers und an Orten der Binger Innenstadt thematisch vereint. Die Skulpturen und Installationen beleuchteten zeitnahe Fragen, wie Klimawandel, Kommunikationsformen, Wohnungsknappheit und das Zusammenleben miteinander: sind wir auf dem richtigen Weg, müssen wir uns verändern, wo positioniert sich jeder einzelne.

Alle Kunstwerke wurden mit einer Beschilderung und einem QR-Code kurzerklärt und ein hochwertiger Katalog mit ausführlichen Texten fügte alle Arbeiten unter dem Titel HIER UND JETZT zusammen.

Am 6. Mai eröffnete Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum ersten Mal die Ausstellung und verlieh der Skulpturen-Triennale damit eine besondere Würdigung. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, gemeinsam mit dem Vorstand der „Gerda und Kuno Pieroth Stiftung“ und den Kuratoren die diesjährige Skulpturen-Triennale in Bingen eröffnen zu dürfen. Die Triennale war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Unter dem Motto „Hier und Jetzt“ hat sie einen Blick auf die reale und aktuelle Welt geworfen und sich auf den aktuellen Moment und Augenblick fokussiert, der geprägt ist von dem Umgang mit Ressourcen, den Folgen des Klimawandels, den Herausforderungen einer globalisierten Weltordnung, dem wachsenden Einfluss von Künstlicher Intelligenz sowie Fragen nach sozialer Gerechtigkeit. Die gezeigte Kunst hat sich also den aktuellen Fragen unserer Zeit gestellt. Der „Gerda und Kuno Pieroth Stiftung“ und der Stadt Bingen wünsche ich nun von ganzem Herzen, dass die Skulpturen-Triennale auch 2026 wieder die Menschen begeistert und 2029 zu einem Meilenstein der Bundesgartenschau wird,“ so die Ministerpräsidentin.

Im Anschluss an die feierliche Eröffnung am Rhein waren alle Besucher aufgefordert, unter Anleitung des dänischen Künstlers Christian Falsnaes seiner Performance „Front“ zu folgen und selbst mit Farbe und Säge ihren Beitrag zum HIER UND JETZT zu schaffen. Das Publikum wurde so unmittelbar zu Teilnehmer*innen und/oder Ko-Autor*innen der Kunst. Mit dieser Einbindung der Besucher betrat das Kuratoren Team aus Berlin in Bingen Neuland und bot mit dieser also auch mit der performativen Darstellung der Künstlerin Finja Sander „Für Morgen_standort_06“ am 10./11. Juni den Besucher*innen ein ganz neues Kunsterlebnis in Form eines mit allen Sinnen „erfahrbaren“ Kunstwerkes.

Ein besonderer Focus lag dieses Jahr auf der Vielfältigkeit der Kunstvermittlung. Es wurden ca. 80 Führungen mit den Kunstvermittler*innen in fünf Sprachen gebucht und der Betriebsausflug der Stadt Bingen brachte den 200 Teilnehmern das Konzept der Skulpturen-Triennale näher. Das bewährte Team der Jungen Kunstvermittler*innen informierte am Wochenende direkt an den Kunstwerken die Besucher*innen und kam mit ihnen ins Gespräch. Neben diesen „klassischen“ Vermittlungsangeboten luden kleine „Events“ wie Kunst und Wein - eine Kunstführung begleitet von passenden Weinen -, sowie das Diskussionsformat Talk am Tresen, ein, z.B. zum Thema Nachhaltigkeit am „Popularis Tresen (Volkstresen)“ von Simon Mullan unterschiedliche Ansichten zu erörtern. Beim talentCAMpus „Skulpturen-Triennale Kids-Edition“ konnten Kinder in verschiedenen Workshops ihren Beitrag zum HIER UND JETZT entwickeln. Ein Höhepunkt war sicherlich das erste Kinderkunstfest der Skulpturen-Triennale am 24. September bei schönstem Wetter mit ca. 300 beteiligten Kindern. Anlässlich des Weltkindertages war der Park am Mäuseturm fest in kreativer Kinderhand.

Letztlich sind all diese Angebote nicht möglich gewesen ohne die vielen Förderer, Sponsoren und der Stadt Bingen mit ihren Institutionen, die - wie die Presse - treue Begleiter der Ausstellung gewesen sind und mit ihrem Engagement und Interesse damit eine Weiterentwicklung der Skulpturen-Triennale absichern. „Leider ist er schon vorbei – der Sommer der Skulpturen in unserer Stadt. (…) Ich bin wirklich dankbar, dass die Stiftung, unterstützt von Förderern und Sponsoren, nicht nur den Bingerinnen und Bingern dieses Kulturereignis im öffentlichen Raum ermöglicht – barrierefrei und ohne Eintritt– sondern auch viele interessierte Gäste sich auf den Weg nach Bingen am Rhein zur Skulpturen-Triennale machten. Wir alle freuen uns schon jetzt auf 2026 und sind gespannt, welches zeitgemäße Ausstellungsthema uns dann erwarten wird,“ würdigt Oberbürgermeister Thomas Feser die Ausstellung.

Aber auch die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit im Triennale Team sichert eine Fortsetzung und neue Impulse der Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein ab. Maria Gleichmann-Pieroth wirft einen Blick auf die Skulpturen-Triennale 2026: „Das nächste Mal möchten wir gerne in der Auswahl der Kunstwerke die Verknüpfung von regionaler Verwurzelung und internationaler Ausstrahlung stärken. Wir wollen die Binger Bürger*innen noch mehr einbinden, vielleicht auch mehr Kunstwerke auswählen, die haptisch erfahrbar sind. Kunst kann und soll auch mal anfassbar sein. Traurig sind wir natürlich sehr über die Zerstörung der “Trashpeople” von HA Schult. Da müssen wir vielleicht auch über neue Wegen nachdenken.“
Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Eröffnungstag der Skulpturen-Triennale im Gespräch mit Maria Gleichmann-Pieroth und Kuno Pieroth

Foto:
Die Besucher*innen beteiligen sich mit vollem Einsatz an der Performance “Front” von Christian Falsnaes
©Veranstalter

Info:
HIER UND JETZT – 6. SKULPTUREN-TRIENNALE IN BINGEN
Laufzeit: 6. Mai – 08.Oktober 2023
Ort: Entlang des Rheinufers in Bingen und an ausgewählten Orten der Binger Innenstadt
Ausstellungskonzept: Lutz Driever, André Odier
Veranstalter: Gerda & Kuno Pieroth Stiftung

 


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