Musikmesse und Prolight + Sound in Frankfurt vom 15. bis 18. April 2015, Teil 2

 

Claudia Schulmerich

 

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Am Vortag der Messe bereitet eine Pressekonferenz die Medienschaffenden auf das Großereignis dieser Tage vor, für das man größere Ohren bräuchte und manchmal auch Ohrenschoner, so sehr macht das Schmettern der Melodien über Instrumente oder auch mit der Stimme Spaß – und Lärm!

 

Dabei gibt es Zeitgenossen, die gar nichts hören wollen, die sich in die Schönheit der Instrumente verliebt haben. Davon beim Messerundgang noch mehr. Erst einmal geht es darum, wie stabil die bewährte Musikmesse ist, der nun seit 20 Jahren auch die Messe für Veranstaltungstechnik sowie Licht und neuerdings auch Kostüme beigesellt ist, die erst dafür sorgt, daß das Musikmachen den richtigen Rahmen erhält.

 

Der Erfolg dieser Messen ist nun schon länger synonym mit dem Mann zu nennen, der als einer der Geschäftsführer der Messe Frankfurt für die Konsumgütermessen zuständig ist und dessen Augapfel die Musikmesse ist: Detlef Braun. Der freut sich selbst immer am meisten, daß seine Vorhersage, es werde wieder strahlendes Wetter die Messe begleiten, zumindest am Vortag eingetroffen ist. Den netten Worten folgen dann in der Regel knallharte Zahlen, denn der Erfolg einer Musikmesse mißt sich nicht daran, wie schön die Instrumente, insbesondere die aus Blech oder sonstigem Metall glänzen – obwohl das ein hinreißender Eindruck in den Messehallen ist -, sondern, wie geschäftlich erfolgreich die Messe unterm Strich für die Aussteller und auch für die Fachbesucher ist. Die einen wollen, daß bei Ihnen geordert wird, die anderen erhoffen Neues oder Günstiges auf der Messe zum Weiterverkauf an die Kunden zu erspähen und zu bestellen.

 

Detlef Braun stellte erst einmal die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor, denen nach die Deutsche Wirtschaft durch die Steigerung des BIP um 1, 5 Prozent eine positive Entwicklung habe, was in Folge ein positives Konsumklima schaffe, alles Voraussetzungen für Investitionen, weil man weiß, daß sie sich lohnen werden. Das klingt gut, muß aber im Detail differenziert werden, denn die günstigen Rahmenbedingungen gelten nicht für alle Branchen und sind auch nicht gleichmäßig in der Musikbranche verteilt. So ist eine gesamtgesellschaftliche Initiative fällig, die darauf reagiert, daß immer weniger Kinder und Jugendliche noch ein Instrument zu spielen erlernen.

 

Anders beispielsweise als in Asien gehört es in Deutschland nicht mehr zum guten Ton, ein Instrument spielen zu können. Die Gewohnheiten liefen in Richtung von Konsumieren, sei es von Musik, Film, Internet. Es ist eine deutsche Verhaltensweise geworden, auf Knopfdruck den Spaß einzuschalten, sei es Fußball, sei es Musik, sei es digitale Unterhaltungsindustrie, statt durch das Selberspielen eine Lust am Geschehen zu entwickeln, das, wenn man selbst die Ursache ist, ja viel tiefer geht. Aber das wissen dann wiederum nur diejenigen, die das Musikmachen gelernt haben.

 

Das wollen wir ein andermal vertiefen. Auf jeden Fall zeigt es auf, was unsere persönliche Leidenschaft für Konsumgütermessen fundiert, daß Messen als Kulturträger zu verstehen sind und kulturpolitische Wirkungen zeitigen. Und das nicht erst heute, sondern seit jeher, weshalb das Messegeschehen Teil unserer Kulturgeschichte ist. Die Hoffnung, mehr Begeisterung für das aktive Musizieren zu erwecken und Nachwuchsförderung und Fachqualifikation zu gewährleisten, hat die Frankfurter Messe unter den Motti AUSPROBIEREN; ENTDECKEN; IMPULSE AUFNEHMEN; MUSIKMESSE MACHT MUSIK ERLEBBAR dazu geführt, diese Fachbesuchermesse an zwei Tagen für die Privatbesucher zu öffnen. Neben dem traditionellen Samstag, der schon bisher Besucherscharen anzog, wird auch der Freitag für das normale Publikum geöffnet, so daß nur noch der Mittwoch und Donnerstag reine Fachtage sind.

 

Das sich die Halle 5, wo Kinder und Jugendliche die Messe über erst in Schulklassen und dann privat mit ihren Eltern musikalisch austoben können, seit Jahren bewährt, weiß jeder, der dort je einen Fuß hineinsetzte. Er möchte die Halle gar nicht mehr verlassen, weil neben den Spielmöglichkeiten, nicht nur auch gesungen wird, sondern das Erzeugen von Tönen zu einer Entdeckungsfahrt für jedermann wird. Auch die SchoolJam, die „Deutschlands bester Schülerband“ auszeichnet ist eine Wucht. Mit dem Europäischen Schulmusikpreis werden zudem vorbildliche Projekte ausgezeichnet.

 

Außerdem wird fortgesetzt, was schon immer unter der Hand der Fall war, daß Musikgrößen der Gegenwart auf der Messe zu sehen und zu hören sind. Da kann man sich wundern, wenn man mit Stars der Gegenwart redet und von ihnen erfährt, daß sie schon immer auf der Messe Besucher waren, sich sozusagen inkognito reingeschlichen haben, einfach, um das Neueste mitzubekommen und auch an dieser Gemeinschaft von Musikinteressierten teilzuhaben. Tatsächlich kommt bei dieser Messe die Leidenschaft, die man selbst für diese Branche hat, deutlich zum Ausdruck. Es herrscht einfach eine Bombenstimmung, was sich den Besuchern sofort vermittelt. Fortsetzung folgt.

 

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