Messe Ambiente 2016 in Frankfurt bietet das Aktuelle in Sinn und Form für den Bedarf

 

Heinz Markert

 

Frankfurt (Weltexpresso) Was waren das doch Einkaufswelten für Konsumgüter- als die Ära des Aufstiegs rollte. Da ging die Post ab. Stadtteile hatten noch ein eigenes, durchaus attraktives Kaufhaus. In Seligenstadt konnte der Gemischtwarenhändler, der auch Haushaltswaren im Angebot hatte, auf der Haupteinkaufsstraße vermögend werden und sich ein Wochenendhaus leisten. Mit Beginn der Achtziger ging das zu Ende. Schlecker zog in die Räume ein und der ist jetzt auch weg.

 

Der Trend im Kerngeschäft, wo ordentlich verdient wird, geht in Richtung edler Ware, strebt nach höherem Anspruch, wenn nach dem Ausstattungsgut für die Sphäre des Hauses nachgefragt wird, um das Wohnen und Leben zwischen geschmackvollem, zuweilen das auch Auge anspringenden Interieur aufzuwerten.

 

All das, worauf das Herz mit dem Sinn für das Erlesene im Leben fliegt war noch im Aufbau, als der Geschäftsführer der Messe Frankfurt Detlef Braun die Lage für die wirtschaftlichen Gegebenheiten und Aussichten darlegte. Wohl nicht ungern standen ein wenig die Superlative im Zentrum der Ausführungen. Die Fläche auf der sich die Ambiente ausdehnt, beträgt in diesem Jahr 308 000 Bruttoquadratmeter, das bewegt sich im Bereich von 22 Mal des großen Weits eines Marcusplatzes. Die diesjährige Ambiente ist die internationalste seit ihrer Entstehung. Mit 79 Prozent ausländischen Ausstellern.finden '4387 Aussteller aus 95 Nationen ihren Platz auf der größten Konsumgütermesse der Welt'. Zuletzt betrug die Anzahl der Besucher 150 000 aus 140 Nationen.

 

Eine Ambiente braucht die Extraklasse, der Aufwand ist diesmal ein erhöhter wiederum für das Schaufenster des Konsums, das präsentiert, was im Trend ist, was gekauft wird, was der Sinn für Design, Material und ausgefuchste Ausführung und Lösung verlangt. Dadurch ist sie ' the Place to be' für die wesentlichen Bereiche Giving, Living und Dining, wie der Geschäftsführer herzhaft einflocht.

 

 

Günstige Rahmenbedingungen

 

Die Gegebenheiten des Wirtschaftlichen sind günstig, die Inflation ist gering und der private Konsum hat immer wieder Ressourcen, die angesprochen sein wollen. Die Binnennachfrage zeigt sich als frühlingshaft angeregtes Pflänzchen. Der private Konsum für das Ambiente-immanente Angebot in Deutschland hält ein Volumen von 27,6 Mrd. Euro. Das Wachstum für die Ambiente-Märkte betrug zuletzt gegenüber dem Vorjahr 8,8 Prozent. Der Umfang des weltweiten Konsumgütermarktes beträgt 13,6 Billionen Euro. Fünfzig Prozent gehen in den atlantischen Markt. Die Ambiente-Märkte sind aus Sicht führender Volkswirte eine Stütze der Konjunktur.

 

 

Umbruchszeit

 

Das Programm, das da lautet Digitalisierung und Konsolidierung, ist mit einer Problematik verbunden. Der Internethandel zieht aus dem stationären Handel Kundschaft ab, nicht nur aus diesem Grund wird jeder zehnte stationäre Laden über die nächsten 5 Jahre aufgeben, das macht eine hohe Zahl. Volatilität und Unsicherheit kennzeichnen den Umbruch. Immer wieder erfährt man von gestorbenen Läden, die unter der Mietlast zusammenbrachen. Die Vermieter denken kurzfristig nach der Methode: 'was geht, muss gehen', ob es trägt, was die Umstände vorgeben, bleibt dem ordinären Darwin überlassen. Es ist schade, wenn das Geschäft, das für die haptische Begutachtung und beratende Leistung steht, so unter Druck kommt.

 

 

Zwischen Tranzendenz und Immanenz

 

Der sprichwörtliche Massenkonsum gehört der Vergangenheit an, eine andere Möglichkeit ist das edle Teil, das immer auch, wie die Haute Couture, etwas von der vorweggenomenen besseren Welt vermittelt, die aber erst noch Vorschein bleibt. Stöbern wir also zunächst mal so richtig im Paradies der besonderen Wünsche und Vorstellungswelten. Die Ordertage dürfen beginnen. Es gibt für die Besucher Sonderareale für 'schnell erfassbare globale Konsumtrends'. In Halle 9.2 befindet sich ein neues Angebotssegment mit dem Titel: Accessories & Jewellery. Hier könnte es vielleicht dann doch zur Epiphanie der Transzendenz kommen, so denkt sich einer so im Vorbeigehen.

 

Info:

Internationale Messe ambiente 2016, 02.02 – 16.02.2016

Frankfurt am Main, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

 

Öffnungszeiten: 12.-15.02.2016: 9.00 - 18.00 Uhr
16.02.2016: 9.00 - 17.00 Uhr