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Heinz Markert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - „Auf dem Weg in die Auflösung“, titelte die FR Ende 2016 zum Nahen Osten.- „Erdogan verlegt weiter Truppen nach Syrien“, lautete die Meldung zu Weihnachten 2018 und „Kurden bitten Diktator  um Beistand“ fünf Tage später, kurz vor dem Jahreswechsel 2018/19, an gleicher Stelle.

Die Türkei unter Erdogan dreht an der Höllenschraube, wenn dieser sich, neuen Raub planend, im Norden Syriens bedienen will. Die Völkergemeinschaft und speziell Europa müssen ihm das Handwerk durchkreuzen, ihn in Schranken weisen, denn sonst hat die Auflösung auch für Europa Folgen. Schlechtes Vorbild macht Schule. Was er vorhat, tut er nicht für ‚sein Land‘, sondern aus Eigennutz. Er will seine autoritäre präsidiale Alleinherrschaft verewigen, er kann nicht loslassen. Er möchte sich gottgleich machen. Dürfen wir unsere Welt von einem irrlichternden, egozentrischen Despoten in Unordnung versetzen lassen? Die Berliner Regierung hält sich kleinlaut, wie sie es im April 2018 schon anlässlich der völkerrechtwidrigen Okkupation von Afrin tat. Das war die Probe aufs Exempel.

Die Welt in Not

Global sammeln sich männliche Gewaltförmige, Macker, Machos und Großtöner im Amt, um eine menschlich verfasste Weltgesellschaft zu erledigen, eskortiert von rechter Mordlust, die Gewalt, Totschlag und insgeheim den Raub probt. Kriegsverbrecher, Menschheitszerstörer verbinden sich zum eigenen Vorteil. Am Heiligen Abend wird verlautet, dass Erdoğan vorhat, in Syrien einzufallen, um sich an syrisch-kurdischem Gebiet zu vergreifen. Einfach so. Und nur, weil er als Präsident aller Türken gescheitert ist. Er braucht den Krieg, um sich als Kriegsherr zu erhöhen, während er andere verleumdet, indem er ihnen Negatives nachsagt. Mit Hilfe dieses Mechanismus organisierten Männer schon immer Krieg und Zerstörung. Unsere Regierung lässt sich nur zaghaft vernehmen, anstatt zu protestieren und tätig zu werden.

Erdoğan will sich zum osmanischen Großmufti aufbauen, versetzt damit dem Nahen Osten einen neuen Schlag. Eine wissenschaftsfeindliche, islamistische Gesellschaft hat er in der Mache, treibt das eigene Volk in die Emigration, der Brain-Drain ist im Gang. An den Schulen soll die Evolutionstheorie nicht mehr gelehrt und die Naturwissenschaften vernachlässigt werden. Erdoğan vermag nicht zu begreifen, dass die Entwicklung der Natur und des Menschen nur das Werk der Natur und der Arbeit des Menschen sein kann, wozu der Natur und dem Menschen kein Gott auf die Sprünge helfen kann, denn das wäre ein Schmu, der nur danebengehen kann. Die Natur mittelt ihre Formen und Gestalten selbsttätig aus, wie auch der Mensch dies im Austausch mit der Natur und seinesgleichen tut. Die Natur ist durch den Big Bang unfertig in den Raum entlassen worden.

Es bedurfte der Praxis ungeheurer Zeiträume, bis die Natur und die menschliche Geschichte auf der Erde im Jahr 2019 anlangten. Der Mensch ist frei geboren, lernt in Selbstverantwortung und in Verantwortung für andere, was recht und gut ist. Die Religion ist eine Erzählung, die er zu Rate ziehen kann wie die Leistungen  der Philosophie.

Erdoğans Gewaltpolitik wendet sich mittelfristig auch gegen Europa. Das Irrlicht vom Bosporus traf sich mit dem Irren der USA, beide sprachen sich ab. Und die deutsche Politik bleibt schlafmützig. Europa erscheint von der Rolle. Männlich ist der Kult des Krieges mit Zerstörung, Raub, Folter, Mord und Totschlag. Es formt sich ein Bund der Menschenverachtung und Umweltzerstörung um den Erdball.

Gänzlich albern ist, dass der Erratische vom Bosporus immer gleich beleidigt ist, wenn er Kritik vernimmt. Welch eine armselige Natur. Die autoritäre Familienvatercharaktermasche hat Europa längst verabschiedet, bis auf Restbestände im rechtskatholischen und orthodoxen Osten, wo Andersdenkende, Journalist*innen und die erfrischenden Pussy Riot leiden müssen. Im Westen ist die Freiheit höchstes Gut, im Nahen und asiatischen Osten ist sie durch die Herrscher verhasst. Eine Schande der Menschheit ist Saudi-Arabien mit autoritären Vormündern, die freie Meinungsäußerung mit 1000 Peitschenhieben sanktionieren.

Es gibt nur wenig Lichtblick im Nahen Osten

Die syrischen YPG sind der zurzeit einzige vernünftige Stamm im Nahen Osten. Sie bilden eine aufgeklärte Gegenmacht, sind mit Religion und Aggression nicht aufgeladen wie Chauvinisten, Nationalisten und Strenggläubige im Umkreis. Sie sichern ihr angestammtes Gebiet. Kurden haben Jesid*innen und Christ*innen Entsatz geleistet, soweit diese noch nicht gemeuchelt waren. Peschmerga haben Kobane vom IS befreit. So wie die nüchternen Kurden sich nach allen Seiten hin verteidigen müssen, werden wir es dereinst vielleicht auch müssen, wenn die, die bis oben hin angefüllt sind mit politischen Fehlern, Schwächen und Abgründen, durch Unordnungstiftung ablenken wollen, weil sie politisch gescheitert sind. Mutige Frauen des Nahen Ostens könnten eine neue Politik für einen in den Wahnsinn versinkenden Weltteil organisieren.

Foto: tagesschau

Erklärung des Fotos: Einen Vater, dem kurz zuvor seine beiden Söhne von Erdogan totgebombt wurden, sah man die Hände gen Himmel recken und ausrufen: „Wo ist die Weltgemeinschaft, wo unsere Rechte, wo bleibt die Menschlichkeit!“ (tagesschau 17.03.2018 20.00 Uhr, 2.57)

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Info:
https://weltexpresso.de/index.php/zeitgesehen/12540-der-kommentar-des-schweigens-unserer-regierung-zu-afrin-erschoepft-sich-im-maul-halten_556