Bildschirmfoto 2019 02 21 um 23.55.30Netanyahu verschiebt Putin-Treffen

Jacques Ungar

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Es herrscht Nervosität wegen Fusionsgesprächen zwischen politischen Rivalen. Eigentlich hätte Premier Binyamin Netanyahu am Donnerstag zu einem mit Spannung erwarteten Gespräch (unter anderem über die Lage in Syrien) mit dem russischen Präsidenten Putin nach Moskau reisen sollen. Am Mittwoch gab Netanyahu aber einigermassen überraschend die Verschiebung des Treffens «um einige Tage» bekannt.

Hauptgrund scheinen die auf Hochtouren laufenden und nun erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen zwischen zwei seiner gewichtigsten Rivalen im Wahlkampf – Benny Gantz von der Unverwüstlichkeits-Partei, und Yair Lapid von der Zukunftspartei – zu sein, eine Listenverbindung zu produzieren,  die am 9. April bei den Knessetwahlen unter Umständen der Vorherrschaft des Likuds ernsthafte  Konkurrenz machen könnte. Netanyahu und Putin hatten für Donnerstag ein Telefongespräch vereinbart. Laut diplomatischen Kreisen sollen dabei vor allem neue Termine für das persönliche Treffen zwischen den beiden Staatsmännern geprüft werden.

Donnerstag ist der letzte Termin für israelische Parteien, bei der Zentralen Wahlkommission formelle Listen für die Wahlen zu deponieren. Ganz offensichtlich wollen die Zauderer und Taktiker diese Frist bis fast buchstäblich zur letzten Sekunde ausnutzen, nicht zuletzt, um so den Adrenalinspiegel bei der bewusst im Unwissen gelassenen Konkurrenz gefährlich zu erhöhen.

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Fürchtet gewichtige Gegner im Wahlkampf: Israels Premierminister Binyamin Netanyahu

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Nachdruck des Artikels mit freundlicher Genehmigung aus dem Wochenmagazin TACHLES vom 21. Februar 2019