Schäuble Lieferkette Herunterladen 4Schoko-Nikoläuse werden auch von nahezu 1,5 Millionen Kindern in Kinderarbeit hergestellt

Heinz Markert

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Extra3 griff das Thema am 17.12.2020 auf, schuf hierzu eine notwendigerweise angestrengte, aber gut gemachte lustige Folge von Szenen im Zeichentrick, die das Unselige gleichsam - wie wir vom Magazin gewohnt sind - auf satirisch unterhaltsame Art untermalt und fortdenkt.

So´n Thema - so kurz vor Weihnachten

Die vermaledeite Chose der Untat an der kindlichen Natur könnte ein deutsches Lieferkettengesetz beenden, das aber, wie könnte es unter christlich-politischen Vorzeichen auch anders sein, von CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier sowie, in konsequenter Gefolgschaft, vom FDP-Adlatus Dr. Christoph Hoffmann und selbstverständlich zur Krönung auch von einem AfD-Markus Frohmaier unter fadenscheinigen Vorwänden und Ausflüchten der geistigen Tieffliegerei abgeschmettert wird.

Alle diese sorgen sich mit der an die Wand gemalten, angeblich höchlich gefährdeten Investitionsbereitschaft deutschen Unternehmertums scheinheilig wie zynisch ums ausfallende Brot für afrikanische Kinder. „Die Minen, Fabriken und Kraftwerke, das Engagement der deutschen und europäischen Unternehmer, nur das bringt Brot auf den Tisch der afrikanischen Familie“, so AfD-Frohmaier. Extra3 Christian Ehring pariert: „Tja, nur das. Ich glaube, so hat sich das auch Kaiser Wilhelm nach der Elefantenjagd im Tropenhelm vorgestellt“.

Extra3 spinnt dies fort mit dem Blick auf das idyllische Bild überm Sofa: „Die afrikanische Familie sitzt abends beim Sauerbraten vorm Gnu zusammen und dankt mit der deutschen Nationalhymne in allen drei Strophen dem deutschen Unternehmer“.

Die Kinder schuften nicht bloß elendiglich vornehmlich in Ghana und Elfenbeinküste für die deutsche Schokoladenindustrie, sie sind auch giftigen Chemikalien ausgesetzt, die sie, wie zu sehen, furchtlos schultern, um die giftige Fracht auf die Unkräuter zu spritzen – ohne Atemschutz. Hierdurch werden die Kinder missbraucht.


Hat der ursprüngliche Bluthund und Wadenbeißer der Achtziger Jahre Schäuble jetzt Kreide gefressen?

Am 16. Juli 2016 fand sich der erste Hammer aus dem Repertoire eines freudschen Triebschicksals: „Schäuble streicht Sorgfaltspflicht“ – „Finanz-Ministerium spült Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte weich“. Das war der Start, dem Thema über die Jahre nachzuspüren und alle Meldungen zum Kriminal-Fall Schäuble und Geistesverwandte zu archivieren. Das fiel mit dem Beginn der Trump-Ära zusammen. Alle hierzu textenden Schlagzeilen hauten Jahr für Jahr in dieselbe Kerbe. Schäuble ritt sich immer nur noch weiter rein in den menschenfeindlichen Unrat. Dazu parallel sein Parteigenosse im Dienst der Wirtschaft, Steffen Kampeter, der sich aus der Politik längst zurückgezogen hat und die politische Zeit dazu benutzte, um in den Lobbydienst der Wirtschaft und Arbeitgeber zu gelangen. „Steffen Kampeter ist ein deutscher Politiker und Lobbyist. Er war von 1990 bis 2016 Mitglied des Deutschen Bundestages und von 2009 bis 2015 parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen“. (wikipedia.org.)

„Seit Juli 2016 ist Kampeter als Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände tätig". - Er ließ sich mit dem Satz vernehmen: „Diese Überregulierungskultur [bezogen auf die Sorgfaltspflicht] muss ein Ende haben“. (FR 10.08.2016)  Klar, wer so tickt und demgemäß handelt oder handeln lässt, arbeitet am Zerstörungswerk gegen eine weltweit geltende Menschenrechts-Charta, derer der globale Süden mehr denn je bedarf und leistet dem Miese-Typen-Kapitalismus Vorschub, stellt sich ins menschliche Abseits; handelt auch im Widerspruch zur Ethik des Christentums, indessen er sonntags pflichtschuldigst die Kirche ansteuert. Die Forderung der Christlichen Initiative Romero lautet: "Gesetzlicher Rahmen gegen gewissenlose Geschäfte".


Komische Wende nun

Gerade aber heute, an einem 24.12.2020 liest es sich plötzlich etwas anders, da nun ausgerechnet Schäuble, jetzt Parlamentspräsident, in einem Interview mit der FR bekundet: „Wir müssen scheinbar entfernte Gefahren und Missstände ernster nehmen. Wir haben uns zu lange dagegen gewehrt, uns den Klimawandel bewusst zu machen. Wir haben unterschätzt, was es bedeutet, dass auf dieser Welt fast acht Milliarden Menschen leben. Viele davon leben unter viel schlechteren Umständen als wir in Europa. Millionen drohen zu verhungern. Solche elenden Verhältnisse führen zu Krieg, Terror, Gewaltherrschaft und Fluchtbewegungen. Wir haben zu lange angenommen, das werde uns nicht betreffen. Nun müssen wir feststellen, dass wir sehr wohl davon betroffen sind. Wir müssen im eigenen Interesse mehr Verantwortung für die Welt und für die ärmeren Teile der Welt übernehmen. Wir müssen unserem Nachbarkontinent Afrika mehr helfen, sonst werden wir auch keine gute Zukunft haben“.

Tja, so kann‘s kommen, wenn einer nicht nachdenkt und nur dem Sinn seiner anmaßenden Klientel entspricht. Da fallen große Worte eines gespaltenen Geistes. Linke und ökologisch Kundige wussten längst Bescheid, wohin die Degression der Menschheit führen würde, wenn es nicht auf breiter Front zu einer Korrektur käme.

Hätte er das, was er jetzt zugesteht, nicht längst wissen können? Hat ihm das Weihnachtskind die Tränendrüsen gedrückt? Leidet er an der Lauheit des Christenmenschen? Plagt ihn plötzlich das Gewissen? Hat er was gutzumachen, der große Wegbereiter und Anführer der gemeinen Materialisten im christlichen Gewand?

Der Schokoboss in der Animation korrigiert eine gewohnt ausflüchtige Taktik und spricht: "2001 haben wir versprochen, bis 2005 gibt’s weniger Kinderarbeit. 2005 haben wir versprochen, dass wir das Versprechen auf 2008 verschieben. 2008 auf 2010 und 2010 auf 2020". Die witzigen Kinder sind begeistert: “Wow, das sind ja 4 Versprechen. Toll, gut. Und gibt‘s jetzt weniger Kinderarbeit? - Heraus kommt: Das eben gerade nicht. Bei Friedrich Stoltze heißt‘s: „Des grad net“. - Sandy, die den Dr. Schokos-Schokoland Boss mit Zylinder zur Sache stellt, hätte für das Gegenteil, also die Senkung der Kinderarbeit, einen Kopfstand vor dem Diagramm machen sollen. Wozu sie sich aber nicht überreden ließ, weil sie sich keiner Selbsttäuschung hingeben wollte.

Auch fragt Sandy noch: „Warum zahlt man den Bauern nicht viel mehr für den Kakao? Das würde die örtlichen Gemeinden stärken und mehr Kinder könnten zur Schule“. Der Schoko-Boss verwahrt sich und die Seinen: „Aber Sandy, da würde jeder Schokoriegel 4 Cent teurer werden!“. – Dafür müsste dieses gerade gezeigte Kind rein rechnerisch auf 4 Riegel pro Jahr verzichten. Ein betroffenes Kind, das flennt, erscheint. Der Kommentar schließt: „Zwei Schokoladenriegel - nein, sowas wünscht man wirklich keinem Kind!“.

Verantwortlich für das unsägliche Treiben sind u.a. die Hersteller: Guittard, World’s Finest, ADM, Blommer Chocolate Company, Nestle, Mars, The Hershey‘s Company, Barry Callebaut.

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