Laßt Blumen und Gedichte sprechen

Conrad Taler

Bremen (Weltexpresso) -


Ach, wie war es ehedem
doch am 1. Mai so schön.
Rote Fahnen und Schalmei
und am Rand die Polizei.

Die beschützte allemal
das bedrohte Kapital,
dem der mächtige Gesang
schrecklich in den Ohren klang


„Mann der Arbeit aufgewacht
und erkenne deine Macht:
Alle Räder stehen still,
wenn dein starker Arm es will.“


Heut’ jedoch, so weit ich seh’
schmerzt das auch den DGB.
Davon ist heut’ keine Spur,
heut’ gibt’s warme Suppe nur.


Fotos: Titel: (c) DGB-Jugend Niedersachsen-Bremen; Herwegh (c) bad-bad.de

Info: Gedicht aus dem Zyklus 'Klagelieder'

Das Gedicht ist angelehnt an Georg Friedrich Rudolf Theodor Andreas Herwegh (1817-1875), sozialistischer, revolutionärer Dichter des Vormärz und einst einer der populärsten deutschen politischen Lyriker, der eng mit dem Proletariat verbunden war und von ihm geliebt wurde