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Claudia Schulmerich
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Feldmann ging auch auf die Kontinuität der Nazi-Mitarbeiter nach 1945 in der Stadtverwaltung ein, die das Führerprinzip von Befehl und Gehorsam weitertrugen. Er erinnerte an diejenigen, die schon unter den Nazis in die städtische Mühle geraten waren, welche Gefühle diese hatten, wenn sie nach der Kapitulation sich den selben Gesichtern gegenübersahen. Erst recht, wenn jemand inhaftiert war, dies überlebt hatte, und dann seinen Peinigern erneut in der doch neuen demokratischen Stadt gegenübersitzt.
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Serie: FRANKFURT UND DER NS, Frankfurt räumt endlich durch Ausstellungen im Historischen Museum mit der üblen Nazimitmache auf. Teil 4Claudia Schulmerich
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – FRANKFURT Bevor die Ausstellungen direkt vorgestellt und interpretiert werden, ist wichtig, den gesellschaftspolitischen Stellenwert dieser Ausstellung für das heutige Frankfurt zu betonen. Natürlich hat es immer wieder Ausstellungen gegeben, die sich mit den Untaten des Nationalsozialismus in Frankfurt beschäftigt haben, insbesondere die schrecklichsten, die Deportation der jüdischen Stadtbevölkerung in die KZs und ihre Ermordung. Was aber fehlte, war eine grundlegende Untersuchung der Nazi-Struktur in der Stadt.
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Serie: FRANKFURT UND DER NS, Frankfurt räumt endlich durch Ausstellungen im Historischen Museum mit der üblen Nazimitmache auf. Teil 2Claudia Schulmerich
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Vorher jedoch noch einmal die Eingangsfragen, die man differenzieren kann: warum war in der Nachkriegszeit in Frankfurt am Main keine Wut auf die Nazis, keine Empörung, keine direkte Auseinandersetzung spürbar und warum hat die junge Generation diese nicht eingefordert. So lange es dazu keine wissenschaftliche Forschung gibt – und sie gibt es nicht! - kann man immer nur den persönlichen Eindruck, die eigene Erinnerung befragen. Was mich als Schülerin angeht, waren für mich die Nazis und ihre Verbrechen so abstoßend, ja widerlich, so ungeheuerlich mit dem industriellen Massenmord an deutschen Mitbürgern
Weiterlesen: Warum eine solche Ausstellung erst jetzt – nach 76 Jahren?
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Ein Nachwort zum Friedenspreis für Tsitsi DangarembgaConstanze Weinberg
Buxtehude (Weltexpresso) - Auf einem Nachtflug von Nairobi nach Frankfurter am Main wurde ich vor Jahren angesichts der Finsternis rund um unserem Flieger den Gedanken nicht los, der Kontinent unter uns gleiche einem schlafenden Riesen, der den Europäern bis auf vereinzelte Turbulenzen über der Sahara nur selten in die Quere kommt. Nun hat sich der vermeintlich schlafende Riese wieder einmal zu Wort gemeldet, noch dazu mit der Stimme einer Frau. Ihr Name: Tsitsi Dangarembga; sie wurde mit dem diesjährigen Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt.
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Serie: FRANKFURT UND DER NS, Frankfurt räumt endlich durch Ausstellungen im Historischen Museum mit der üblen Nazimitmache auf. Teil 1Claudia Schulmerich
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Wenn man im Frankfurt der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, mußte man schon ein aufgeklärtes, antinationalsozialistisches Elternhaus haben, um das Fortwirken der alten Nazigarde hier in der Stadt erkennen zu können. An vielen Orten. Für Schüler eben in der Schule, bei der nostalgischen Erinnerung von Lehrern an ‚ihren Adolf‘. Und da endlich diese Ausstellungen eine grundlegende Aufarbeitung der Stadt Frankfurt mit ihrer äußerst peinlichen, ja schrecklichen nationalsozialistischen Vergangenheit möglich macht, ja erzwingt, die aufweist, daß schon vor 1933 im vorauseilenden Gehorsam hier Faschisten am Werk waren, kann man hoffen, daß dann auch in ein paar Jahren, die Nachkriegszeit angegangen wird.
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