deutschlandfunk kulturfinzi„Samuels Buch. Ein autobiografischer Roman“ Buchvorstellung im Gespräch mit Claudius Seidl am Buchmessemittwoch, 
18. Oktober 2023, 19 Uhr, im Jüdischen Museum Frankfurt, Teil 1

Redaktiion

Frakfurt am Main (Weltexpresso) - In der Video-Installation, die als Ein- und Ausgang der Ausstellung „Ausgeblendet / Eingeblendet. Eine jüdische Filmgeschichte der Bundesrepublik“ dient, berichten zeitgenössische Filmschaffende, inwiefern sie ihr Jüdischsein im Filmschaffen lieber ein- oder ausgeblendet sehen wollen. Darunter auch der Schauspieler Samuel Finzi. An diesem Abend stellt er seinen autobiografischen Roman „Samuels Buch“ vor. Im Gespräch mit dem F.A.Z.-Redakteur Claudius Seidl wird er dabei auch den Bogen zur Gegenwart schlagen.

Bildschirmfoto 2023 11 05 um 09.00.47Zum Bütefisch-Ordensskandal schreibt er nur aus alten Zeitungen ab

Kurt Nelhiebel

Bremen (Weltexpresso) – Als vor Jahren aus dem Präsidialamt verlautete, der Umgang der deutschen Bundespräsidenten mit der NS-Vergangenheit solle kritisch untersucht werden, war die Erwartung bei der interessierten Öffentlichkeit zunächst groß. Das änderte sich allerdings, nachdem durchgesickert war, dass der Auftrag an Norbert Frei gegangen sei, dem der Ruf vorauseilt, der Historiker lasse beim Umgang mit politischen Größen gern Milde walten. Insofern neigt sich sein Berufskollege Volker Weiß ziemlich weit aus dem Fenster, wenn er als Rezensent in der Süddeutschen Zeitung schreibt, Freis Buch sei bahnbrechend. Davon kann nun weiß Gott nicht die Rede sein, allein wenn man das kümmerliche Ergebnis seiner Recherchen zur Ordensaffäre Bütefisch in den Blick nimmt.

FINZIROMAN‚Ein autobiografischer Roman‘ von den Siebzigern in Rumänien bis ins heutige Berlin, Teil 3 

Claudia Schulmerich

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Dies Buch gehört zu denjenigen, die man gar nicht gerne bespricht, weil man lieber sagen möchte: Selber lesen, denn der Ton macht die Musik und den rechten Ton beherrscht Samuel Finzi in allen Lebenslagen und auf allen Brettern der Welt, auf der Filmleinwand und nun auch noch in Schwarz auf Weiß im Roman seines Lebens. Sozusagen ein Zwischenbericht, denn er ist ja erst 57 Jahre alt und hat noch viel vor.

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Autor und Schauspieler Samuel Finzi im Gespräch mit Claudius Seidl am Buchmessemittwoch, 
18. Oktober 2023, 19 Uhr, im Jüdischen Museum Frankfurt, Teil 2

Claudia Schulmerich

Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Gleich am ersten Tag der Buchmesse, wo sowohl der legendäre Österreich-Empfang im Frankfurter Städel (mit Sonderführung durch die Sammlung) wie so viele andere Buchmesseempfänge stattfinden, ist es Ehrensache, die Möglichkeit zu nutzen, den wendigen und ganz speziellen Schauspieler Samuel Finzi im Jüdischen Museum in einer neuen Rolle zu erleben: als Autor seiner selbst, denn er hat für seine Lebenserinnerungen SAMUELS BUCH den interessanten Untertitel EIN AUTOBIOGRAPHISCHER ROMAN gewählt.

Bildschirmfoto 2023 11 04 um 01.55.55Der Buch-Tipp gilt Rainer Hackel 

Ester Awonoor

Frankfurt am Main (Weltexpresso) - Um es gleich vorweg zu sagen: Rainer Hackels Erzählung aus Ghana „Mein Freund Adomako“ ist eine der bewegendsten und berührendsten Erzählungen aus Afrika, die ich kenne. Es gelingt dem Autor nicht nur, ein überaus lebendiges Bild seines siebzehnjährigen Freundes Adomako zu zeichnen – der Leser taucht auch in eine fremde und zuweilen verstörende Welt ein, in der zum Beispiel Ahnengeister urplötzlich seinen Freund überfallen und von ihm Besitz ergreifen, so dass er nicht mehr er selbst ist. Hackels Erzählung ist also vor allem eine Erzählung über den Voodoo-Kult in Ghana, der in Westafrika nach wie vor höchst lebendig ist – trotz aller westlichen Einflüsse.