pynchonNachtrag: DIE KRIMIBESTENLISTE im November 2025, Teil 4

Thomas Wörtche

Berlin (Weltexpresso) -  Thomas Pynchon war für mich immer ein Faszinosum, das ich gleichzeitig immer skeptisch beäugte. „Gravity´s Rainbow“ fand ich damals, 1973/1974 grandios. Aber da war ich noch jung und beeindruckbar. Später machte mich das ganze Gewese um die Person Pynchon eher mürrisch (was natürlich den Texten gegenüber ungerecht ist, aber nu …). 2009 kam „Inherent Vice“, ein Kriminalroman, den ich technisch bewundern konnte, aber nur Virtuosität war mir nicht genug. Und jetzt also Schattennummer, auch wieder mit einem Privatdetektiv, diesmal heißt er Hicks McTaggart, in der Hauptrolle.

pflüger insta reinickendorfLaudatio  von Elmar Krekeler

Elmar Krekeler

Berlin (Weltexpresso) - Im Rahmen der Reinickendorfer Kriminacht wurde der Preis „Krimifuchs 2025“, der wichtigste Berliner Preis für Kriminalliteratur, jetzt zum 32. Mal vergeben. Preisträger: Andreas Pflüger – nicht nur für seinen Roman „Kälter“, sondern sein Gesamtwerk in Film und Literatur. Wurde in dieser Art zum ersten Mal vergeben, da sich die Preisträger in den beiden Kategorien Einzel- und Gesamtwerk sonst jährlich abwechseln. (Siehe auch das ausführliche Interview mit Andreas Pflüger von Alf Mayer als nächster Artikel) Die Laudatio hielt Elmar Krekeler. Wir freuen uns, Sie Ihnen hier präsentieren zu können.

DIE KRIMIBESTENLISTE im Dezember 2025, Teil 6
  
Claudia Schulmerich
 
Frankfurt am Main (Weltexpresso) – Höchste Zeit, die zu verabschieden, die auf der Dezemberliste der Krimibesten nicht mehr auftauchen, aber im November noch dabei waren. Kommt es nur mir so vor, als ob derzeit eine Flut richtig guter Kriminalromane herrscht. Auf jeden Fall sind die meisten sehr viel besser als vor einigen Jahren/Jahrzehnten. Sehr unterschiedlich ist das mit den Frauen. Da gibt es Monate, wo es auf der Krimibestenliste vor weiblichen Autoren nur so blüht und dann wieder stellt man erstaunt und verstimmt fest, 
Bildschirmfoto 2025 12 23 um 03.13.06Alf Mayer hat Fragen an Andreas Pflüger zu »Kälter«

Alf Mayer

Bad Soden (Weltexpresso) - Andreas Pflüger ist der amtierende Großmeister einer aussterbenden Literaturgattung – des Thrillers. Das gilt, selten genug für einen deutschen Autor, auch international. Solch getrimmte, wie Diamant geschliffene Thriller schreibt heutzutage (fast) niemand mehr. Längst nicht mehr in jedem Buch, das heute diese Bezeichnung auf dem Cover trägt, ist drin, was hier eigentlich dazu gehört: eine politische Dimension, die Essenz eines Ortes, einer Situation (und sei es die Mikrosekunde einer Entscheidung) oder Interaktion, und das alles kombiniert mit rasender Spannung und einem die Intelligenz der Leser nicht unterfordernden Plot.

doktorDer Doktor und der liebe Mord. Ein Tierarzt-Krimi von René Anour aus dem Rowohlt Verlag

Roland Keller

W Der Titel Der Doktor und der liebe Mord klingt wie ein Zielgruppen-Anpeiler für alle, die noch wissen, was die „Schwarzwaldklinik“ ist oder sich heute von der heilen Serienwelt der Götter in Weiß bei ARD und ZDF sedieren lassen. Das brave rororo-Cover mit einem Pferd, das freundlich auf die Beine eines Mordopfers blickt, samt dem Untertitel Ein Tierarzt-Krimi, ist ein klares Versprechen: Freigegeben für Herzpatienten, der Nachtschlaf ist auch ohne Baldrian gesichert. Keine Metzeleien stören, deren Blutströme geistige Auswürfe auf Bestsellerlisten schwemmen.